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Cthulhu Nation

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Als Cthulhu-Neuling, der sich schon lange mal in die psychotischen Tiefen der interdimensionalen Tentakelviecher begeben wollte, habe ich vor 2 Wochen voller Enthusiasmus angefangen, Cthulhu Nation zu spielen. Klang auch alles soweit gut, Browser-MMORPG, atmosphärische Weboberfläche und eine ganze Welt voller Quests, Monster und magischem Zeug.So weit, so gut. Die Charaktererschaffung ist einfach, ich entscheide mich dagegen, einen Kultisten zu spielen, sondern wähle einen „normalen“ Menschen, der dann auch einen einigermaßen sinnvollen Beruf wählen darf (Scientist; Wer will schon sein Geld als „Phantom“ verdienen? Und was macht man da überhaupt den ganzen Tag…?). Je nach Beruf erhält der eigene Charakter einige Skills, die es im Spielverlauf zu steigern gilt. Auch ansonsten findet man alles, was man von einem Online-Rollenspiel erwartet, es gibt ein Inventory, Maps, ein Spellbook und diverse interessant klingende Werte (Insanity… *hehe*).

Mittelpunkt des Spiels ist die Hexfeldansicht der aktuellen Position, mit deren Hilfe navigiert und mit der Umwelt interagiert wird. Die Grafiken sind stimmungsvoll, wenn auch etwas farblos, was aber bei diesem Setting nicht sonderlich stört. Um die ganze englische Landhaus-Stimmung in ihrer vollen Tristheit noch zu unterstützen, werden hin und wieder Wetter-Effekte (natürlich hauptsächlich Regen und Nebel) auf den Feldern eingeblendet, die auch wirklich zusammen mit der restlichen Gestaltung der Weboberfläche ein gewisses Flair aufkommen lässt. Innherhalb der hexagonalen Felder sind hin und wieder rote bzw. gelbe Punkte zu erkennen, die darauf hindeuten, dass es auf dem entsprechenden Feld Handlungsbedarf gibt, entweder gewalttätiger oder problemlöserischer Natur.

Zu Beginn der Reise durch die Welt der 20er-Jahre befinden wir uns auf einer kleinen Insel irgendwo vor England, wo sich neben einiger Geschäfte und Sehenswürdigkeiten auch ein netter junger Mann befindet, der uns mit einer Art Tutorial-Quest versorgt. Auch diese ist irgendwie stimmig gemacht, nebenbei lernt man unter anderem die verschiedenen Reisemöglichkeiten (Bahn, Flugzeug, Fähre) kennen, was die ewigen Fussmärsche etwas erleichtert und den Frustfaktor senkt.

Nach etwa einer Stunde ist die Insel schließlich erkundet und ich befinde mich voller Tatendrang am einzigen Flugplatz des Eilandes. Ein kurzer Flug, und schon stehe ich mitten auf dem englischen Festland, was mir in der Map-Ansicht sogleich klar wird, da die Kartengröße sich gerade signifikant nach oben bewegt hat. „Gut“, denke ich, „dann mal los!“. Bleibt nur die Frage, was soll ich jetzt eigentlich tun? Es gibt hier zwar jede Menge bunter Flecken auf der Landkarte und auch ein breites Spektrum an Tötbarem, trotzdem steht mein Level 1 Forscher etwas verloren irgendwo in der Nähe einer Irrenanstalt im Regen. Da sich die Kreaturen nur sehr schlecht totforschen lassen und ich auch nach mehrmaligem Ablaufen der näheren Umgebung keine Quest gefunden habe, beschließe ich, mich im zum Spiel gehörigen Wiki umzusehen.

Und während ich so durchs Wiki surfe, finde ich eine andere, dennoch nicht ganz uninteressante Information: Der Account wird nach 60 Tagen gelöscht, wenn bis dahin kein Geld investiert wurde. Das ruft in mir einen spontanen, cthulhuesquen Urschrei (*Gnaargsjkdnfskdjaskjdas*) hervor, bis mir gleich wieder einfällt, dass meine durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne bei Online-Spielen dafür sorgen wird, dass ich in 60 Tagen nicht mal mehr weiß, dass ich überhaupt Cthulhu Nation gespielt habe. Also weiter im Text, was gibt es denn nun zu tun im schönen England? Nachdem mich das Wiki glaubhaft davon in Kenntnis gesetzt hat, dass es wirklich, wirklich viele Questen zu lösen gibt, wage ich noch einen Versuch und finde tatsächlich nach einige Bahnfahrten einen Professor, der gerade keine Zeit hat, irgendwelche wichtigen Glyphen zu entschlüsseln und deswegen den nächsten darum bittet, der an ihm vorbei läuft. Wie passend, schließlich bin ich ja sowieso Forscher, also laufe ich zur besagten Glyphe und versuche, diese zu entschlüsseln. Leider misslingt meine Intelligenz-Probe, was das Spiel mit einem „This will take some time“ kommentiert.

Leider muss ich den Bericht an dieser Stelle abbrechen, denn aus dem „… some time“ sind inzwischen 2 Tage geworden, in denen ich ca. 100 Mal auf das Feld und wieder herunter gelaufen bin und jeden erdenklichen Knopf gedrückt habe. Da sich mein heldenhafter Forscher anscheinend nicht mehr traut, das verdammte Ding auch nur einmal noch anzusehen, habe ich beschlossen meinen persönlichen Insanity-Wert nicht weiter zu steigern und mich der Cthulhu-Welt lieber aus der Buch-Richtung zu nähern…

Cthulhu Nation

Geschrieben von Sascha

17. Februar 2009 um 15:41

Veröffentlicht in Angespielt

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