Evolution Master
Auch wenn ich mich bei Rise of Gods gerade mit der althergebrachten Art, Gott zu spielen, herumschlage (ständig sind irgendwelche Gläubigen zu züchtigen oder Ungläubige in den Staub zu treten, sowas halt…), habe ich am Wochenende zufällig eine etwas weniger kreationistische Herangehensweise an das Thema gefunden: Bei Evolution Master geht es (wie eigentlich immer) um nicht weniger, als die Weltherrschaft zu erlangen. Diesmal müssen aber keine Brimborium-Minen gebaut und Regenwälder abgeholzt werden, um ein paar lächerliche Truppen zu produzieren, dieses Mal kreieren wir gleich unsere eigene Spezies!
In bester Darwin-Manier starten wir mit einem mehr oder weniger hilflosen Einzeller, der nicht viel mehr kann, als sich andauernd zu vermehren. Damit man nicht auf ewig der Imperator eines kleinen Amöben-Reiches bleibt, sollte man sich zunächst um die Vermehrung seiner Art kümmern. Dazu können wir auf einer Hexfeld-Karte vom eigenen Startfeld aus die umliegenden Felder als Zielpunkte angeben, um einen Teil unserer Mikroorganismen dorthin zu schicken. Sobald die ersten paar Felder rot markiert, und damit von unserer neuen “Spezies 439″ befallen.. äh, besiedelt sind, stoßen wir auch schon an die Grenzen des zerbrechlichen Einzellers. Dieser verträgt nämlich nur einen ganz bestimmten (ziemlich kleinen) Temperaturbereich und besonders schnell ist er mangels Fortbewegungsgliedmaßen auch nicht. Also machen wir uns als nächstes daran, unsere Spezies zu verbessern.
Die Entwickler haben hierbei die Grundprinzipien der Evolution umgesetzt und die doch eher komplexen Vorgänge in eine spielverträgliche Form gebracht. Mittels Mutation und Auslese können wir die Richtung unserer Art frei bestimmen und grundlegende Eigenschaften wie z.B. Temperaturtoleranz, Größe und Geschwindigkeit fördern. Bei der Auslese setzen wir bestimmte Zielwerte fest und verdammen damit alle Individuen, die diese nicht erfüllen, zum Tode. Dadurch reduziert sich die Anzahl der eigenen Lebewesen natürlich drastisch, dafür haben wir bei den Überlebenden unsere “Wunschmerkmale” verbessert und somit deren Chancen im Rennen um die Vorherrschaft auf dem Planeten verbessert. Genau wie bei der “echten” Evolution geht es hierbei nicht darum, die Art immer stärker zu machen, sondern eher, sie optimal an die Umgebung anzupassen. Startet man beispielsweise auf einer kleinen Insel, sollte man sich früher oder später überlegen, den möglichen Lebensraum der Spezies auf Wasser umzustellen, um sich weiter verbreiten zu können.
- Der Mutations-Screen
- Die Detailkarte
Die zweite Möglichkeit der Veränderung ist die Mutation. Hierbei werden bestimmte atomare Eigenschaften der Art verändert, wie z.B. Fressgewohnheiten und Lebensraum. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die komplette Spezies auf das nächste “Level” zu heben und den Evolutionsschritt zur nächsthöherentwickelten Art zu vollziehen. Bevor dieser Schritt möglich ist, müssen allerdings bestimmte Anforderungen an die Grundeigenschaften erfüllt sein. Wir entwickeln unsere Art also in zwei Richtungen, einmal sind wir bestrebt, eine immer bessere Anpassung zu erreichen, andererseits wollen wir nicht ewig ein Mikroskop benutzen müssen, um unsere Untertanen zu betrachten.
Evolution Master befindet sich momentan in der Testphase, und ich hoffe wirklich, dass es diese irgendwann verlässt und die Community entsprechend groß wird. Die Ansätze des Spielkonzepts sind vielversprechend und lassen sich fast beliebig ausbauen. Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass es “zufällige” Mutationen gibt oder die Spezies untereinander mehr interagieren können oder sich Fressbeziehungen etc. ergeben können. Hoffen wir das beste, solange muss sich Spezies 439 damit begnügen, alles kahl zu futtern und Biomasse anzuhäufen.





