Rise of Gods
Nachdem ich ja nun schon mehrfach darauf hingewiesen habe, dass ich Rise of Gods spiele, sollte ich jetzt auch endlich mal was dazu sagen. Ich muss allerdings ehrlich zugeben, dass ich immernoch nicht genau weiß, was ich davon halten soll. ROG ist ein klassisches Aufbaustrategie-Spiel im Mittelalter/Fantasy-Setting, wie immer werden Rohstoffe abgebaut, Einheiten gebaut, Gegner verhauen, eigentlich nichts besonderes. Was ich hier allerdings interessant fand, ist sozusagen der “göttliche Aspekt”, denn statt eines schnöden Königs verkörpern wir hier gleich einen Gott.
Wie bereits gesagt bin ich, was dieses Genre angeht, nachhaltig von Populous geprägt, und deswegen auch mit ( vielleicht zu) hohen Erwartungen an ROG herangegangen. Ich bin auch nicht wirklich enttäuscht, eher ernüchtert, hatte ich doch irgendwie mit einem völlig neuen Spielkonzept gerechnet. Leider beschränken sich die Neuerungen größtenteils darauf, bekannte Mechanismen in das Götter-Szenario zu pressen, was wiederum stellenweise sehr reizvoll gelöst wurde. Hier ein kurzer Überblick über den “Kreislauf des Göttlichen”: Alles beginnt mit dem Bau einer Kirche, schließlich sollen unsere Anhänger uns standesgemäß anbeten können und so ein heiliger Platz schafft doch gleich viel mehr Nähe. Sobald das Gotteshaus steht und unsere neue Religion gegründet ist, kommen wir auch schon zum Kern der ganzen Sache: Wer will schon einen Gott anbeten, und nichts als Gegenleistung erhalten. Also erreichen uns die ersten Gebete unserer Gläubigen, die wir auf zwei oder drei verschiedene Arten beantworten können. Durch das Beantworten von Gebeten erhalten wir a) Karma (gut oder schlecht, je nach Antwort), b) Glaube (es würde sogar mich zum Glauben bringen, wenn nach einem Gebet plötzlich meine Frau neben mir tot umfällt) und c) Geld (wer’s nicht freiwillig zahlen will, dem nehmen wir’s halt ab, wie im richtigen Leben *g*).
Durch gesteigerten Glauben und damit gesteigerte Anhängerzahlen steigt unsere Macht, sozusagen die göttliche Währung. Mittels Macht können wir nun Wunder bewirken, was uns einerseits spezielle Einheiten verschafft, und andererseits einige Zauber zur Verfügung stellt. Je nach Karma stehen uns dabei Untote und Flüche, bzw. Paladine und Segen zur Verfügung. Die Einheiten wiederum können wir benutzen, um die Straßen unseres Reichs zu sichern oder unsicher zu machen, je nachdem, wie wir so drauf sind. Beides wirft jedenfalls Geld ab, das wir schließlich in den Bau einer größeren Kirche investieren, damit noch mehr Gebete ankommen, die wir dann beantworten und… das Muster sollte erkennbar sein.
Eigentlich ist ROG ein solides Strategie-Spiel und ohne die überzogenen Erwartungen eines ewig Gestrigen auch sicher gut spielbar. Dennoch müssen ein paar Kritikpunkte erlaubt sein:
- Ein paar mehr Gebete würden nicht schaden. Die Texte wiederholen sich momentan sehr schnell, hier würde etwas mehr Content das Spielgefühl erheblich verbessern.
- Auch bei den Einheiten und Zaubern würde etwas Abwechslung sicher gut tun.
- Die Einteilung Gut/Böse ist klassisch, aber sehr festgelegt. Hier würde ich mir mehr Möglichkeiten wünschen, meinen Gott zu gestalten. Vielleicht würden verschiedene Rassen dem Spiel ganz gut tun, jeweils mit eigenen Götter-Typen versehen.
Es ist schon klar erkennbar, dass die Kritikpunkte hauptsächlich im Bereich Content liegen und deswegen bei einem so jungen Spiel kaum ins Gewicht fallen dürften. Lassen wir uns überraschen, was die Zukunft noch so alles bringt, bis dahin ist ROG auf jeden Fall einen Blick Wert.





