Archiv für Januar 2010
Gnop
First-Person-Varianten von Spieleklassikern sind ja gerade in (siehe Firstpersontetris), passend dazu: Pong spielen als Ball.
Onlinefussballmanager
Endlich raus aus der schwedischen Bezirksliga! Am Ende der dritten Saison habe ich’s tatsächlich geschafft, meine skandinavischen Provinzkicker zum Aufstieg zu führen. Natürlich nur virtuell, zum Fussballer bin ich nicht wirklich geboren, aber das ist beim Onlinefussballmanager (OFM) auch gar nicht nötig. Die Fussballmanager-Simulation wurde in letzter Zeit stark gehypt, Grund genug, sich das ganze mal anzusehen.
Auf den ersten Blick kommt der OFM mit einer Menge Menüs und Einstellungen daher, als alter „Anstoss“-Veteran lässt man sich von sowas aber nicht abschrecken, sondern eher begeistern. Die Menüs und Einstellungsscreens wirken größtenteils übersichtlich und aufgeräumt, so dass gerade für vorbelastete Spieler der Spieleinstieg relativ zügig von statten geht. Neben den klassischen Einstellungsmöglichkeiten wie Training, Eintrittspreisen und Stadionausbau bietet OFM jede Menge weiterer Optionen, die sich sehr gut nach und nach entdecken lassen.
Für den Anfang reicht es, eine Aufstellung und Taktik auszuwählen und vielleicht einen Blick aufs Training zu werfen, dann kanns auch schon losgehen. Jeder Spieltag dauert genau einen Tag, so dass die komplette Saison nur knapp über einen Monat dauert. Nach den ersten Spielen stellen sich ganz automatisch neue Anforderungen ein, denn sicher lässt sich am Training noch was schrauben und sich einen Ersatztorwart oder Topstürmer auf dem Transfermarkt zu sichern, kann wohl auch nichts schaden.
Je nach Training und Spielerfolgen erhalten die einzelnen Spieler Erfahrungspunkte und verbessern ihre Fähigkeiten, fähige Jungtalente können so relativ schnell zu Topstars werden. Die eigentliche Stärke des Spiels liegt wahrscheinlich genau in der Kombination von Einfachheit und kontinuierlichem Fortschritt. Mit wenigen Klicks pro Tag sind die Grundeinstellungen getroffen, die Pflichtspiele werden automatisch berechnet und dank der kurzen Saisondauer passiert auch ständig etwas, Erfolge sind sofort sichtbar. Für den ambitionierten Jungtrainer bieten sich aber genauso viele Möglichkeiten, sein Team bis ins letzte Detail durchzuplanen.
Es kommt ja selten vor, aber sogar der Premium-Modus wirkt erstaunlich fair und lohnenswert. Für ein paar Euro pro Monat gewinnt OFM durch die vielen Zusatzstatistiken, Assistenten und neuen Funktionen (yay, Wettbüro!) nocheinmal immens an Spieltiefe. Ich fasse zusammen: OFM macht Spaß und wer Spaß mag, kann sichs ja mal anschauen.
Continuity
Dragon’s Call
Nach Evony hätte ich eigentlich wissen sollen, warum mir die hübschen amerikanischen Browserspiele so gut gefallen. Es hat jetzt aber doch noch ein selbsternanntes „Epic Browser MMORPG“ gefehlt, um die Erkenntnis in mir reifen zu lassen, und selbst das kann mich nicht davon abhalten, es bald wieder zu tun…
Dragon’s Call ist tatsächlich ein Browser MMORPG, „epic“ ist allerdings relativ, zumindest droppen ständig epische Ausrüstungsgegenstände, die den User bei der Stange halten (man hat sich natürlich an die übliche Farbeinteilung gehalten, die WOW-geschädigten wie mir nur zu gut bekannt ist…). Grafisch passiert nicht allzuviel, da das komplette Spiel nur aus HTML-Seiten besteht und keine Animationen vorkommen (wenn man mal von animierten Mob-Gifs absieht). Die Grafiken selbst sehen gut aus, auch wenn der Welt, und damit den vorkommenden NPCs und Gegnern etwas Originalität fehlt. Neben genretypischen Orks und Untoten werden nämlich hauptsächlich die gemeingefährlichen Tiere des Waldes hingemetzelt.
Vom Spielablauf hat sich nicht wirklich viel zum klassischen Charactergame geändert, man merkt allerdings schon, dass den Herstellern inzwischen klar geworden ist, dass täglich fünf mal alle 20 Minuten eine Quest starten niemanden wirklich langfristig interessiert. Zwar werden bei Dragon’s Call ebenfalls nur reihenweise Quests erledigt, um dann bessere Ausrüstung zu bekommen, um noch höhere Monster killen zu können, um … (Computerrollenspiel eben), aber dafür gibt es (ähnlich wie bei Evony) sehr viele Kleinigkeiten, die das Spiel doch interessant machen und einen immer wieder dazu bringen, „mal kurz“ reinzuschauen. Das inzwischen typische Glücksrad darf genausowenig fehlen, wie ein Auktionshaus, einfaches Crafting, Daily-Quests, Arena-PVP und Welt-Events.
- Die Weltkarte
- Die Stadtansicht
So, um die Kurve noch zu kriegen und zum Einstieg zurückzukommen: Spiele wie Dragon’s Call gefallen mir anfangs so gut, weil sie echt einsteigerfreundlich sind. Und damit meine ich nicht das Tutorial oder die Einführungsquests. Nein, es kann einem einfach nichts passieren. Man wird nicht nach zwei Wochen Spielen geraidet und steht ab da auf der Farmliste irgend einer Gilde. Hier kann jeder gemütlich vor sich hinspielen, ohne sich um die anderen Sorgen zu machen. Ich bin ein paar mal umgehauen worden, als ich mich auf der Weltkarte ausgeloggt hab, aber selbst das hab ich erst Tage später gemerkt, als ich zufällig in meine Mails geguckt habe. Leider ist genau das auch der Punkt, der langfristig stört: Man verpasst zu leicht den Absprung und klickt nur noch alleine vor sich hin. Der Multiplayer-Aspekt geht völlig verloren und Charakter leveln und Gegenstände abgreifen reicht für ein Browserspiel dieser Sorte einfach nicht aus. Dafür fehlt die wirkliche Herausforderung, denn die Kämpfe bieten weder Taktik noch Tiefgang und auf Dauer wird das Klicken nervig und zu aufwendig. Und so bricht die einstmals gute Idee, Quests eben nicht nur per Klick zu starten und dann 20 Minuten zu warten, sondern ständig auf der Karte hin- und herlaufen und Zeugs anklicken zu müssen, einem ansonsten vielversprechenden Spiel das Genick.
Es kann trotz alledem nichts schaden, sich das Spiel mal anzuschauen, es gibt weiß Gott schlimmere Wege, seine Zeit zu verschwenden. Wenigstens ändert sich mal was und es gibt doch noch mehr als das hunderste „Vampire vs. Werwolf“ – „Rollenspiel“…







