Archiv für die Kategorie ‘Angespielt’
Onlinefussballmanager
Endlich raus aus der schwedischen Bezirksliga! Am Ende der dritten Saison habe ich’s tatsächlich geschafft, meine skandinavischen Provinzkicker zum Aufstieg zu führen. Natürlich nur virtuell, zum Fussballer bin ich nicht wirklich geboren, aber das ist beim Onlinefussballmanager (OFM) auch gar nicht nötig. Die Fussballmanager-Simulation wurde in letzter Zeit stark gehypt, Grund genug, sich das ganze mal anzusehen.
Auf den ersten Blick kommt der OFM mit einer Menge Menüs und Einstellungen daher, als alter “Anstoss”-Veteran lässt man sich von sowas aber nicht abschrecken, sondern eher begeistern. Die Menüs und Einstellungsscreens wirken größtenteils übersichtlich und aufgeräumt, so dass gerade für vorbelastete Spieler der Spieleinstieg relativ zügig von statten geht. Neben den klassischen Einstellungsmöglichkeiten wie Training, Eintrittspreisen und Stadionausbau bietet OFM jede Menge weiterer Optionen, die sich sehr gut nach und nach entdecken lassen.
Für den Anfang reicht es, eine Aufstellung und Taktik auszuwählen und vielleicht einen Blick aufs Training zu werfen, dann kanns auch schon losgehen. Jeder Spieltag dauert genau einen Tag, so dass die komplette Saison nur knapp über einen Monat dauert. Nach den ersten Spielen stellen sich ganz automatisch neue Anforderungen ein, denn sicher lässt sich am Training noch was schrauben und sich einen Ersatztorwart oder Topstürmer auf dem Transfermarkt zu sichern, kann wohl auch nichts schaden.
Je nach Training und Spielerfolgen erhalten die einzelnen Spieler Erfahrungspunkte und verbessern ihre Fähigkeiten, fähige Jungtalente können so relativ schnell zu Topstars werden. Die eigentliche Stärke des Spiels liegt wahrscheinlich genau in der Kombination von Einfachheit und kontinuierlichem Fortschritt. Mit wenigen Klicks pro Tag sind die Grundeinstellungen getroffen, die Pflichtspiele werden automatisch berechnet und dank der kurzen Saisondauer passiert auch ständig etwas, Erfolge sind sofort sichtbar. Für den ambitionierten Jungtrainer bieten sich aber genauso viele Möglichkeiten, sein Team bis ins letzte Detail durchzuplanen.
Es kommt ja selten vor, aber sogar der Premium-Modus wirkt erstaunlich fair und lohnenswert. Für ein paar Euro pro Monat gewinnt OFM durch die vielen Zusatzstatistiken, Assistenten und neuen Funktionen (yay, Wettbüro!) nocheinmal immens an Spieltiefe. Ich fasse zusammen: OFM macht Spaß und wer Spaß mag, kann sichs ja mal anschauen.
Dragon’s Call
Nach Evony hätte ich eigentlich wissen sollen, warum mir die hübschen amerikanischen Browserspiele so gut gefallen. Es hat jetzt aber doch noch ein selbsternanntes “Epic Browser MMORPG” gefehlt, um die Erkenntnis in mir reifen zu lassen, und selbst das kann mich nicht davon abhalten, es bald wieder zu tun…
Dragon’s Call ist tatsächlich ein Browser MMORPG, “epic” ist allerdings relativ, zumindest droppen ständig epische Ausrüstungsgegenstände, die den User bei der Stange halten (man hat sich natürlich an die übliche Farbeinteilung gehalten, die WOW-geschädigten wie mir nur zu gut bekannt ist…). Grafisch passiert nicht allzuviel, da das komplette Spiel nur aus HTML-Seiten besteht und keine Animationen vorkommen (wenn man mal von animierten Mob-Gifs absieht). Die Grafiken selbst sehen gut aus, auch wenn der Welt, und damit den vorkommenden NPCs und Gegnern etwas Originalität fehlt. Neben genretypischen Orks und Untoten werden nämlich hauptsächlich die gemeingefährlichen Tiere des Waldes hingemetzelt.
Vom Spielablauf hat sich nicht wirklich viel zum klassischen Charactergame geändert, man merkt allerdings schon, dass den Herstellern inzwischen klar geworden ist, dass täglich fünf mal alle 20 Minuten eine Quest starten niemanden wirklich langfristig interessiert. Zwar werden bei Dragon’s Call ebenfalls nur reihenweise Quests erledigt, um dann bessere Ausrüstung zu bekommen, um noch höhere Monster killen zu können, um … (Computerrollenspiel eben), aber dafür gibt es (ähnlich wie bei Evony) sehr viele Kleinigkeiten, die das Spiel doch interessant machen und einen immer wieder dazu bringen, “mal kurz” reinzuschauen. Das inzwischen typische Glücksrad darf genausowenig fehlen, wie ein Auktionshaus, einfaches Crafting, Daily-Quests, Arena-PVP und Welt-Events.
- Die Weltkarte
- Die Stadtansicht
So, um die Kurve noch zu kriegen und zum Einstieg zurückzukommen: Spiele wie Dragon’s Call gefallen mir anfangs so gut, weil sie echt einsteigerfreundlich sind. Und damit meine ich nicht das Tutorial oder die Einführungsquests. Nein, es kann einem einfach nichts passieren. Man wird nicht nach zwei Wochen Spielen geraidet und steht ab da auf der Farmliste irgend einer Gilde. Hier kann jeder gemütlich vor sich hinspielen, ohne sich um die anderen Sorgen zu machen. Ich bin ein paar mal umgehauen worden, als ich mich auf der Weltkarte ausgeloggt hab, aber selbst das hab ich erst Tage später gemerkt, als ich zufällig in meine Mails geguckt habe. Leider ist genau das auch der Punkt, der langfristig stört: Man verpasst zu leicht den Absprung und klickt nur noch alleine vor sich hin. Der Multiplayer-Aspekt geht völlig verloren und Charakter leveln und Gegenstände abgreifen reicht für ein Browserspiel dieser Sorte einfach nicht aus. Dafür fehlt die wirkliche Herausforderung, denn die Kämpfe bieten weder Taktik noch Tiefgang und auf Dauer wird das Klicken nervig und zu aufwendig. Und so bricht die einstmals gute Idee, Quests eben nicht nur per Klick zu starten und dann 20 Minuten zu warten, sondern ständig auf der Karte hin- und herlaufen und Zeugs anklicken zu müssen, einem ansonsten vielversprechenden Spiel das Genick.
Es kann trotz alledem nichts schaden, sich das Spiel mal anzuschauen, es gibt weiß Gott schlimmere Wege, seine Zeit zu verschwenden. Wenigstens ändert sich mal was und es gibt doch noch mehr als das hunderste “Vampire vs. Werwolf” – “Rollenspiel”…
Dragon Age Journeys vs. Trailer
Wer auch immer den Trailer zu Dragon Age Journeys verbrochen hat, er hätte vielleicht das Spiel auch vorher mal spielen sollen. Was der Trailer vermittelt ist nämlich extrem blutiges Dauer-Action-Geklicke, was das Spiel aber in Wirklichkeit (zum Glück) gar nicht bietet. Die Kämpfe sind rundenbasiert und die Karte ist in Hex-Felder aufgeteilt, da fühlt man sich als alter Computer-Rollenspieler doch gleich viel heimischer und vor allem viel mehr angesprochen. Alles andere hätte mich ehrlich gesagt auch verwundert, sind hier doch die Macher des genialen Monster’s Den am Werk gewesen.
Dragon Age Journeys bietet mit seinen 3 Standard-Charakterklassen, den Einheitsdungeons und den wenigen Monstertypen nicht gerade neues, macht aber dank der einigermaßen interessanten Story und den vielen magischen Items trotzdem Spaß. Das ganze ist ja auch mehr oder weniger nur ein Promo-Spiel für das “echte” Dragon Age, und da hat EA Ideenreichtum bewiesen, denn durch bestimmte Achievements im Browserspiel lassen sich besondere Items für das PC-Spiel freischalten. Spätestens hier ist also ein Spielanreiz gegeben, zumindest für die, die dieses Jahr an Dragon Age nicht vorbei kommen werden…
Cybaea
Erfahrene Browser-Generäle werden es kennen, irgendwann wird man einfach Kriegsmüde. Mir ging es vor einiger Zeit ähnlich, deswegen habe ich mich mal nach Spielen umgesehen, bei denen es zwar auch taktisch und strategisch zugeht, man seinen Gegnern aber mit subtileren Mitteln zuleibe rückt. Dabei bin ich über Cybaea gestolpert, das auf den ersten Blick mit seiner eleganten schwarzen Flash-Oberfläche schon was hermacht. Aber auch der zweite Blick weiß zu begeistern, denn hinter den wirklich sehr gelungenen und äußert professionell anmutenden Grafiken steckt eine Weltraum-Wirtschaftssimulation, die mich an die guten alten Privateer-Zeiten erinnert.
Mit nichts als einem schäbigen Frachter und einem leeren Konto ausgestattet beginnt das Händler-Leben irgendwo in den Weiten des Universums. Um schnellstmöglich an ein paar Credits zu kommen, schauen wir uns die aktuelle Marktlage an und suchen nach Waren, die nach Profit aussehen. Die derzeitige Marktsituation ist dazu übersichtlich nach Waren sortiert, inklusive möglicher Gewinnspanne. So lassen sich schnell gute Geschäfte finden, wobei man die Entfernungen der Planeten nicht unterschätzen sollte. Solange sich Planeten im gleichen Sternensystem befinden, bewegen sich die Flugzeiten im Minutenbereich. Geht die Reise zu anderen Sternensystemen, dauert der Flug schnell mal eben fünf Stunden.
- Der Markt
- Die Navigationskarte
Auf diese Weise lassen die ersten selbstverdienten Millionen nicht lange auf sich warten und man kann langsam darüber nachdenken, einen eigenen Betrieb auf einem Planeten zu eröffnen. Dort können dann je nach Ressourcenvorkommen des Planeten eigene Rohstoffe und Produkte hergestellt werden. So folgt bald das zweite Schiff, mehr Profit, neue Betriebe, und so weiter… Irgendwann macht es auch Sinn, sich über die Bewaffnung der eigenen Schiffe Gedanken zu machen, denn wo Waren per Schiff durch die Gegend transportiert werden, sind Piraten meist nicht weit.
An Cybaea wird übrigens heftig entwickelt und so kommen regelmäßig neue Features hinzu. Eigene Forschungen sind inzwischen genauso möglich, wie die Erkundung bisher unentdeckter Sternensysteme. Auch was Premiumfeatures angeht, waren die Entwickler einfallsreich: Jeder neue Account erhält ein paar Tage Premiumaccount geschenkt. Die Premiumfeatures klingen zunächst nicht weiter erstrebenswert, wer braucht schon hübsche Grafiken? Die werden nämlich u.a. für normale Accounts sehr stark in der Qualität beschnitten, was ja wohl mal sowas von egal ist. Dachte ich zumindest… Leider hat man sich nach der Einführungszeit so an die gelungenen Grafiken gewöhnt, dass es schon weh tut, die verpixelte Version des eigenen Schiffs anzusehen.
Alles in allem macht Cybaea einen sehr runden Eindruck und konnte positiv überraschen. Wenn das so weitergeht, wird (hoffentlich) noch ein richtiger Hit daraus…
A Mazing Monk
Gerade gefunden: Studenten der “National Academy of Digital, Interactive Entertainment” (DADIU) haben ein kleines Puzzle Game mit Unity3D umgesetzt. Sieht sehr interessant aus, sehr schöne, echte 3D-Grafik und ein witziges Spielkonzept. Ein junger Mönch muss auf dem Weg zur Erlösung Karma sammeln, ohne dabei von den (chinesischen?) Soldaten erwischt zu werden. Dazu kann seine würfelförmige Welt jeweils in Scheiben gedreht werden, ähnlich wie beim beliebten Zauberwürfel. Die Spielmechanik ist intuitiv und nach 2 Minuten erlernt, leider gibt’s insgesamt nur 6 Levels, die machen allerdings Lust auf mehr. Schön zu sehen, dass der Medien-Nachwuchs offen für neue Technologien ist, Unity ist wohl das vielversprechendste 3D-Browser-Plugin und hat auch den Iphone-Spiele-Markt längst erobert.
Gallendor Battlegrounds
Um entsprechenden Bedenken gleich vorzubeugen: Gallendor Battlegrounds hat nichts mit Quests of Gallendor zu tun, gamelabs hat lediglich den Namen übernommen, um vom Bekanntheitsgrad des doch ziemlich weit verbreiteten Charactergames zu profitieren. Bei Gallendor Battlegrounds handelt es sich um ein Aufbau-Strategiespiel, das einigen vielleicht bekannt vorkommt. Tatsächlich ist GB eine modifizierte Version des deutschen Spiels Demonlords. Wer einen dreisten Plagiatsversuch vermutet, wird allerdings enttäuscht, denn wie im Demonlords-Forum nachzulesen, hat der Entwickler mit den GB-Machern kooperiert. Das kann ich ihm auch nicht verdenken, schließlich hat er mit Demonlords ein ziemlich gutes Browserspiel geschaffen und damit etwas Geld verdienen zu wollen, ist ja kein Verbrechen.
Gallendor Battlegrounds ist aber keine reine Kopie, sondern vielmehr ein Fork von Demonlords. Die meisten Grafiken wurden geändert, sowie das Gameplay “massentauglicher” gemacht. Was diese Veränderungen letztendlich bringen, wird sich zeigen, positiv wird sich vermutlich vor allem die erhöhte Manpower beim Content bemerkbar machen. Für alle, die Demonlords/Gallendor Battlegrounds noch nicht kennen, hier ein kurzer Überblick.
- Die Siedlungsansicht
- Die Karte
Demonlords ist ein handelsübliches Aufbau-Strategiespiel im Fantasy-Setting, das sich durch Features wie z.B. einem persönlichen Avatar, Monsterjagden, Quests und einem riesigen Tech- und Forschungstree von den einfacheren Konkurrenten abhebt. Alle Einheiten erhalten, wie der eigene Avatar auch, für jeden Kampf Erfahrungspunkte und steigen so immer weiter auf. Die Truppen können zusätzlich mit erforschten Zaubern und magischen Gegenständen ausgerüstet werden. Demonlords ist außerdem bekannt für seine eingeschworene Community, die dem Spiel größtenteils schon seit vielen Versionen treu ist und nicht zuletzt zur Atmosphäre und Spieltiefe beiträgt.
Wer ein wirklich sympathisches Strategie-Spiel sucht, das nicht mit Millionen von Usern protzen kann, aber dafür ein angenehmes Spielgefühl mitbringt, sollte sich Demonlords ansehen. Für die Casualgamer unter uns ist wohl Gallendor Battlegrounds die bessere Wahl…
Krieg bedeutet Frieden
Politik ist ja landläufig nicht gerade als das spannendste aller Themen bekannt. Auch wenn das der Thematik selbst sicher Unrecht tut, beschränkt sich der Unterhaltungswert doch meistens auf Schadenfreude über Fehltritte einzelner Politiker. Bei meiner neuesten Entdeckung eRepublik hingegen hat man als guter eBürger seines eLandes die Möglichkeit, selbst zum Politiker zu werden, zum ePolitiker sozusagen. Wer trotzdem keine Lust auf Politik hat, kann sich aber auch anderweitig als gutes Mitglied seines virtuellen Staates einbringen, zum Beispiel als Soldat.
Das Spielprinzip ist einfach, aber genial: Jeder Spieler wird bei seiner Anmeldung automatisch Bürger der virtuellen Version seines Landes, also in meinem Fall eGermany. Als kleiner Level 1 Bürger ist noch nicht viel zu machen, also geht man erst mal auf Jobsuche, damit man sich ernähren kann. Die potentiellen Arbeitgeber wiederum sind Firmen, die von anderen Spielern geleitet werden. Wenn man nämlich ein paar Levelaufstiege zu verzeichnen hat, lassen sich immer mehr Funktionen im eigenen Land wahrnehmen. Vom kleinen Produktionsbetrieb bis zur eigenen Partei stehen einem alle Türen offen. Die Levelaufstiege kommen dabei ganz automatisch, wer jeden Tag zur Arbeit geht und einen Happen zu sich nimmt, erreicht ganz automatisch langsam aber kontinuierlich Level für Level. Wie oft bei guten Spielen wird auch bei eRepublik nur der Rahmen vorgegeben und der komplette Inhalt von den Spielern generiert.
Im nächsten Schritt muss man sich vorstellen, dass es natürlich nicht nur eGermany gibt, sondern aus unzähligen Ländern Spieler aktiv sind, was eine echte Weltpolitik ermöglicht. Selbstverständlich gibt es Wahlen (zumindest in eGermany), die zu Kongressen und Staatsoberhäuptern führen, die dann wiederum so wichtige Entscheidungen zu treffen haben, beispielsweise ob es sich lohnt, Krieg gegen ein aufmüpfiges Nachbarland zu führen oder vielleicht doch lieber im Untergrund einen Aufstand anzuzetteln. In der Welt von eRepublik haben sich durchaus andere Machtstrukturen herausgebildet, die USA kann jedenfalls nur davon träumen, eine Weltmacht zu sein
Auch wenn ich täglich maximal 10 Minuten in eRepublik verbringe, muss ich sagen, dass mich das Konzept ziemlich begeistert. Abseits von stumpfsinnigem Second-Life-Geklicke und mit dem nötigen Abstand betrachtet wird hier durch eine virtuelle Welt zumindest im Ansatz deutlich, wie die echte Welt funktioniert. Und wer wissen will, warum ein Krieg gegen unsere freundlichen Nachbarn aus eUngarn gerade noch rechtzeitig kommt, um Schlimmeres zu verhindern, der sollte über einen ersten Urlaub in eGermany nachdenken…
Mine Things
Wir befinden uns im Jahr 4024. Nachdem die komplette überlebende Menschheit (Vulkanausbruch, alle tot, blabla…) 2000 Jahre auf dem Mars verbracht hat, kehren die ersten Überlebenden auf die verwüstete Erde zurück. Ich bin grad gar nicht mehr sicher, ob ich das irgendwo auf der Website gelesen, oder mir einfach in den letzten Tagen zusammengereimt habe… Ist auch egal, denn bei Mine Things geht es hauptsächlich ums Sammeln, Zusammensetzen und Handeln von Gegenständen. Da die komplette Erdoberfläche mit Vulkanstaub bedeckt ist, muss der ganze Kram erst aus neugeschaffenen Minen rausgebuddelt werden.
Jetzt beim Beschreiben der Spielmechanik fällt mir allerdings auf, wie sinnlos das ganze ist und ich werd wohl demnächst damit aufhören, trotzdem hier noch ein kurzer Einblick ins Spiel. Das eigentliche Ziel des Spiels ist es, sogenannte “Melds” zu erzeugen. Melds sind Konglomerate verschiedener, thematisch mehr oder weniger passender Gegenstände. Um etwa den (oder das?) Meld “Movies” zu erzeugen, werden die Items “HD Movie Player” und “Skirt” benötigt. Von diesen Melds gibt es jede Menge verschiedener Sorten, farblich sortiert nach Seltenheit. Um an die Gegenstände für neue Melds zu kommen, muss der Spieler seine Minenroboter losschicken und auf sein Schatzgräber-Glück hoffen. Die Roboter suchen vollautomatisch, liefern alle gefundenen Gegenstände im eigenen Lager ab und müssen nur alle paar Stunden aufgeladen werden (durch einen erneuten Login).
Alles, was also bei Mine Things zu tun ist, ist sich alle paar Stunden einzuloggen, die neu gefundenen Gegenstände anzusehen und zu überprüfen, ob damit neue Melds erstellt werden können. Nicht benötigte Gegenstände können für Gold verkauft oder versteigert werden. Hat man alle Melds aus der Startmine zusammen, können für ein paar echte Dollar bzw. horrende Summen von Gold weitere Minen gekauft werden, in denen neue Gegenstände zu finden und neue Melds zu erstellen sind.
Seitdem ich bei Facebook aktiv bin und dort auch hin und wieder Spiele ausprobiere, ist mir aufgefallen, dass immer öfter das Konzept des “Nur-Sammeln-Sonst-Nix” Einzug hält. Bei diesem neuen Spieltyp geht es tatsächlich nur darum, Zeug anzuhäufen, um es dann… zu besitzen! Man kann rein gar nichts damit anfangen. Niemanden damit verprügeln. Nichts upgraden und Achievements gibts auch keine. Ich kann den Kram nichtmal mit dem Kram von anderen vergleichen, um meinen Kram besser zu finden. Und dafür gibt es dann auch noch Premium-Inhalte: Weiterer Kram, der nur für echtes Geld zu haben ist. Ich weiß nicht, wer sowas erfunden hat, und noch weniger, warum offensichtlich Leute dazu bereit sind, echtes Geld zu investieren. Ich hoffe allerdings, dass es bald wieder aufhört, bevor bei den anderen Item-Sammelspielen auch der restliche Inhalt zusammengestrichen wird und das ganze wunderbare Questen, Grinden und Rumrennen zwischen den Itembelohnungen wegfällt…
Koks und Nutten
Jaja, es geht noch um Browserspiele, auch wenn der Titel anderes vermuten lässt. Ich will auch nicht ein paar zusätzliche Klicks mit allseits beliebten Schlagworten abgreifen… Beim Nuttenspiel geht es tatsächlich darum, sich eine Prostituierte auszusuchen und diese durch diverse Aufgaben und Catfights zur gefragtesten Hure der Stadt zu machen. Das klingt irgendwie nach Porno und irgendwie auch bescheuert, ist aber bedauerlicherweise nur zweiteres.
Das Nuttenspiel ist ein typisches Charactergame, bei dem regelmäßig “Quests” (also beschriftete Ladebalken) absolviert werden, um Erfahrungspunkte zusammeln, um weiter aufzusteigen, um bessere Ausrüstung kaufen zu können, um neue Quests zu absolvieren, um … Die Aufgaben ranken sich dabei um das, was Bordsteinschwalben halt so machen, die verfügbare Ausrüstung klingt eher nach Beate-Uhse-Katalog und die Premiumwährung wird stilecht in Liebeskugeln gezählt. Abgesehen davon, dass das sowieso schon nicht gerade spannungsgeladene Genre nicht durch frische Ideen aufgelockert wird, hat man beim Spielen ständig das Gefühl, versehentlich in den Spam-Ordner seines Mail-Postfachs geraten zu sein. Hier hätte etwas mehr Abwechslung und vielleicht ein professioneller Texter schon einiges rausreißen können.

Das Profil
Wer gehofft hat, seinen Spielspaß zumindest durch einige hübsche Mädels steigern zu können, wird ebenfalls enttäuscht. Erst ab Charakterlevel 3 (ca. 3-4 Tage Spielzeit) wird die eigene Bildschirm-Schönheit etwas freizügiger, wer nackte Haut sehen will, muss allerdings zwangsweise in Premiumwährung investieren. Das will aber vermutlich nicht wirklich jemand, schließlich reden wir hier von ein paar mittelprächtig gerenderten 3D-Babes. Vielleicht findet der eine oder andere ja doch Geschmack daran, mein Ding war’s jedenfalls nicht…
Schöner bauen
Für gewöhnlich nehme ich mir nach gescheiterten Aufbaustrategie-Versuchen vor, sowas nie mehr zu spielen, weil’s einfach keinen Spaß macht. Zum Glück ist mein Durchhaltevermögen bei solchen Vorsätzen nicht besonders hoch, sonst hätte ich wohl nie Evony entdeckt. Evony ist eins von den Spielen, die einen auf ihren Werbebannern mit nett gezeichneten Babes anlocken, die man dann im Spiel nie wieder sieht. Gut, es geht noch schlimmer, wie man an so Spielen wie RumbleRace Downtown sieht: Das Babe vom Banner taucht im Spiel dauernd auf, aber dafür ist das Spiel dermaßen langweilig, dass ich’s trotzdem nach 30 Minuten aufgegeben hab…
Aber zurück zum Thema! Evony ist ein Aufbaustrategiespiel mit jeder Menge Gebäuden, Einheiten, Forschung und so weiter… Mehr gibt’s an der Stelle nicht zu sagen, ich will lieber direkt zu den Punkten kommen, die Evony von den anderen drölfzigtausend Spielen gleicher Machart unterscheiden. Allem voran fällt direkt auf, dass einen hier nicht das HTML-gewordene Excel-Sheet begrüßt, das sich durch die deutsche und internationale Browserspielbranche gefressen hat. Evony kommt mit einem schicken, übersichtlichen Flash-Client daher und überzeugt so optisch auf ganzer Linie. Was anfangs nur gefällt, erweist sich schnell als praktisch und leicht bedienbar, und die unvermeidbaren Tabellenansichten werden nur selten noch benötigt.
- Die Landkarte
- Die Stadt
Neben den üblichen Features vieler Aufbaustrategiespiele glänzt Evony durch einige gute Ideen, die das Spielerlebnis, gerade am Anfang, auflockern. So gibt es beispielsweise umfangreiche Questreihen zu allen Themen, die im Spiel von Gewicht sind. Die Quests sind dabei einfach strukturiert, bieten einen guten Einstieg in die Mechanismen des Spiels und es sind wirklich, wirklich viele! Bis alle Quests erledigt sind, interessiert einen das Mikromanagement einer Siedlung sowieso nicht mehr, insofern handelt es sich hier einfach um ein riesiges Tutorial. Erwähnenswert ist auch die tägliche Quest, die einem ein magisches Amulett beschert, das man dann beim Roulette einsetzen kann. Das Roulette ist ein kleines Glücksspiel, das für jedes eingesetzte Amulett einen zufälligen Premium-Gegenstand auswirft. Dadurch kommen auch wir Casual-Spieler in den Genuss magischer Schriftrollen, die die Bauzeit bestimmter Gebäude verkürzen, oder eben anderer nützlicher Items, die sonst nur für Bares zu erhalten sind.
Ein weiterer Pluspunkt (der bei mir wahrscheinlich für den Langzeitspaß gesorgt hat) ist die Einsteigerfreundlichkeit des Spiels. Die Karte ist nicht so überfüllt, dass nach wenigen Tagen schon der erste Nachbar vor der Tür steht und alles niedermacht. Die entsprechenden Quests führen den Spieler langsam ins Kampfsystem ein, und an den umliegenden neutralen Barbaren-Städten lässt sich hervorragend üben. Auch die benachbarten Landschaftsfelder können erobert werden, um geringe Produktionsboni und magische Gegenstände zu erhalten. Dadurch wird der Umgang mit der eigenen Armee schnell zur Routinesache, ohne dass man sich direkt Feinde machen muss.
Vielleicht liegt es nur an meinem Server, vielleicht ist Evony einfach etwas langsamer als andere Strategiespiele, es kommt zumindest bei mir mehr Spielspaß auf, wenn ich am Anfang genug Zeit habe, mir alles anzusehen, bevor’s richtig los geht. Wem das ähnlich geht, der wird bei Evony nicht enttäuscht werden und sollte in jedem Fall mal einen Blick riskieren.















