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Echo Bazaar

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Da ich eh schon die ganze Zeit dasitze und aufgeregt vor Freude in die Hände klatsche, eines gleich vorneweg: Echo Bazaar ist der Hammer! Das Konzept ist so einfach und doch so genial, ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß bei einem (Browser-)Spiel. Aber von vorne: Echo Bazaar ist ein textbasiertes Rollenspiel, zum Spielen wird ein Twitter-Account benötigt. Wer noch keinen hat, kann sich guten Gewissens nur hierfür einen anlegen, man wird nicht automatisch zum urbanen Web-2.0-Menschen, versprochen.  Der Account ist schnell erstellt, und nach dem ersten Login dauert es ungefähr 2 Minuten, bis das Spielkonzept klar geworden ist.

Jeder Spieler hat ein Deck aus sogenannten „Opportunity Cards“, das alle 6 Minuten um eine Karte aufgefüllt wird. Diese Karten enthalten kurze Storyabschnitte („Storylets“), die ausgespielt, also „erlebt“ werden können. Dabei kann allerlei passieren, meistens wird eines der eigenen Attribute erhöht (oder gesenkt) oder es gibt irgendwelchen Loot. An der Auswahl der Attribute lässt sich schon erkennen, dass es sich hier nicht um einen 0815-Fantasy-Langweiler handelt. Statt „Strength“ und „Stamina“ heißen die Attribute hier „Dangerous“, „Watchful“, „Persuasive“ und „Shadowy“. Was auf den ersten Blick vielleicht noch wie eine reine Textänderung aussieht, ist aber mehr als das. Gefährlich kann ich auch gut sein, ohne dass ich sehr stark oder geschickt bin. Ich muss auch nicht der größte Schleicher in der Klasse sein, um in den Schatten bescheid zu wissen.

Mit steigenden Attributen kommen ständig neue Karten dazu, viele Karten haben nämlich Attributsvoraussetzungen, die vorher nicht erfüllt werden. Wird eine Karte vom Opportunity Deck gezogen, befindet sie sich zunächst in der eigenen Hand. Die Anzahl der möglichen Handkarten hängt davon ab, wo man gerade so abgestiegen ist (was sich natürlich auch durch Storylets ändern lässt). Von der Hand aus können die Karten dann gespielt werden. Ein mehr oder weniger kurzer, aber meistens sehr stimmungsvoller Text beschreibt die Situation und der Spieler kann dann auswählen, wie er reagieren möchte oder ob er die Karte doch lieber nicht spielen will. Welche Reaktionen möglich sind, hängt wiederum von den eigenen Attributen ab, oft auch davon, welche anderen Eventualitäten sich so im Laufe der Story ergeben haben (z.B. Kontakte zu Fraktionen, der eigene Gesundheitszustand, etc.). Besondere Karten werden mit rotem Rand (die Karte muss auf jeden Fall gespielt werden, egal was sich dahinter verbirgt) und mit goldenem Rand (die Karte enthält ein Storylet, das die persönliche Geschichte weiter bringt) gekennzeichnet.

Das absolut beste an Echo Bazaar ist allerdings das Setting. Wer Neil Gaiman gelesen hat, wird diese spezielle Art von Fantasiewelt kennen. In bester „Niemalsland“-Manier präsentieren uns die Storyteller von Failbetter Games den Schauplatz der Handlung: Fallen London. Den Stil könnte man als Mischung aus Steampunk und Cthulhu bezeichnen, wobei alles sehr märchenhaft anmutet und sich nur selten zu Klischees hinreißen lässt. Die Gratwanderung zwischen übertriebener Dampf-Technisierung und den teilweise etwas angestaubt wirkenden Tentakel-Schrecken aus Arkham gelingt sehr gut und hinterlässt im Spieler ein angenehmes Gefühl von Skurilität, ohne als Plagiat zu erscheinen.

Natürlich wiederholen sich die Karten irgendwann, natürlich fängt man an, bestimmte Karten wegzuwerfen, weil man schon weiß, was passiert und natürlich liest man nicht jede einzelne Karte wieder und wieder durch. Trotzdem tauchen mit schöner Regelmäßigkeit neue Karten auf, werden neue Opportunities freigeschaltet und neue Handlungsstränge eröffnet. Und das alles lässt sich so wunderbar nebenher spielen, dass man fast gar kein schlechtes Gewissen mehr haben muss, wenn man erstmal dran hängengeblieben ist. In diesem Sinne: the Starveling Cat! louder than a dog! taller than a rat!

Echo Bazaar

Geschrieben von Sascha

29. Oktober 2010 um 21:17

Veröffentlicht in Angespielt

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Koks und Nutten

mit 2 Kommentaren

Jaja, es geht noch um Browserspiele, auch wenn der Titel anderes vermuten lässt. Ich will auch nicht ein paar zusätzliche Klicks mit allseits beliebten Schlagworten abgreifen… Beim Nuttenspiel geht es tatsächlich darum, sich eine Prostituierte auszusuchen und diese durch diverse Aufgaben und Catfights zur gefragtesten Hure der Stadt zu machen. Das klingt irgendwie nach Porno und irgendwie auch bescheuert, ist aber bedauerlicherweise nur zweiteres.

Das Nuttenspiel ist ein typisches Charactergame, bei dem regelmäßig „Quests“ (also beschriftete Ladebalken) absolviert werden, um Erfahrungspunkte zusammeln, um weiter aufzusteigen, um bessere Ausrüstung kaufen zu können, um neue Quests zu absolvieren, um … Die Aufgaben ranken sich dabei um das, was Bordsteinschwalben halt so machen, die verfügbare Ausrüstung klingt eher nach Beate-Uhse-Katalog und die Premiumwährung wird stilecht in Liebeskugeln gezählt. Abgesehen davon, dass das sowieso schon nicht gerade spannungsgeladene Genre nicht durch frische Ideen aufgelockert wird, hat man beim Spielen ständig das Gefühl, versehentlich in den Spam-Ordner seines Mail-Postfachs geraten zu sein. Hier hätte etwas mehr Abwechslung und vielleicht ein professioneller Texter schon einiges rausreißen können.

Das Profil

Das Profil

Wer gehofft hat, seinen Spielspaß zumindest durch einige hübsche Mädels steigern zu können, wird ebenfalls enttäuscht. Erst ab Charakterlevel 3 (ca. 3-4 Tage Spielzeit) wird die eigene Bildschirm-Schönheit etwas freizügiger, wer nackte Haut sehen will, muss allerdings zwangsweise in Premiumwährung investieren. Das will aber vermutlich nicht wirklich jemand, schließlich reden wir hier von ein paar mittelprächtig gerenderten 3D-Babes. Vielleicht findet der eine oder andere ja doch Geschmack daran, mein Ding war’s jedenfalls nicht…

Geschrieben von Sascha

29. Juni 2009 um 23:45

Veröffentlicht in Angespielt

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Rollenspiel kondensiert

mit einem Kommentar

Mal ehrlich, worum geht’s bei Computer-Rollenspielen im Normalfall? Richtig, man möchte seine Stats möglichst hoch pushen, tolle Items mit sich herumtragen und tolle Titel und neuerdings Achievements erreichen. Störend ist dabei nur, dass man dazu ständig irgendwelche Gegner plätten und dämliche Quests erledigen muss (Wenn hier jeder Spieler 10 Wildschweinfelle anschleppt, was zur Hölle machen die damit? Und wo werden die überhaupt gelagert? Ganz zu schweigen von den Wildschweinen, die Population muss doch irgendwann ausgelöscht sein! *pfff* ).

Wie auch immer, dem wurde jetzt endlich Abhilfe geschaffen: StatBuilder vereint alle Vorteile klassischer Computer-Rollenspiele und verzichtet dabei auf störende Nebeneffekte wie Storyline und oppulente grafische Augenwischerei. Viel Spaß! ;)

Geschrieben von Sascha

27. April 2009 um 08:50

Veröffentlicht in Flash-Spiele

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